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In Männerkleidern

In Männerkleidern

€ 24,70
inkl. 10%-MwSt. (=€ 2,25)
Sozialwissenschaften, Soziologie
Herausgeber:
Insel Verlag Anton Kippenberg GmbH & Co. KG
Edition:
2
Erscheinungsdatum:
03.11.2021
ISBN:
978-3-458-17945-0
Form:
221cm x 221cm, 472g
Seiten:
326
Hardcover

»… eine alte deutsche Geschichte, faszinierender als jeder Roman.« Die Zeit

Catharina Linck war die letzte Frau, die in Europa wegen der »Unzucht mit einem Weybe« hingerichtet wurde. Aufgewachsen im Waisenhaus in Halle, legte sie schon als Fünfzehnjährige Männerkleider an, nannte sich Anastasius Rosenstengel und »caressierte« mit einem »von Leder gemachten ausgestopfften Männlichen Glied« zahlreiche »schöne Weibspersonen«. Nach unsteten Wanderjahren als Prophet einer pietistischen Sekte kämpfte sie als Musketier im Spanischen Erbfolgekrieg, desertierte und arbeitete als Handwerker, ehe sie 1717 in Halberstadt eine andere Frau heiratete. Von der argwöhnischen Schwiegermutter enttarnt und verraten, wurde Catharina Linck der Inquisitionsprozess gemacht, und der preußische König Friedrich Wilhelm I. verurteilte sie persönlich zum Tode.

Kenntnisreich und voller Sympathie erzählt Angela Steidele die verblüffende Lebensgeschichte einer furchtlosen Frau aus ärmlichen Verhältnissen, die mit Witz und Abenteuerlust alle Grenzen sprengte, die ihr durch Geschlecht und Stand gesetzt waren. Ergänzt um die – aus heutiger Sicht – skurrilen Gerichtsakten verändert In Männerkleidern unseren Blick auf die Frühe Neuzeit und gleicht dabei einem Schelmenroman voll tragischer Komik.

Autor / Autorin: Steidele, Angela

Sorgfältig recherchieren – literarisch schreiben ist Angela Steideles Markenzeichen in Werken wie Geschichte einer Liebe: Adele Schopenhauer und Sibylle Mertens (2010), Anne Lister. Eine erotische Biographie (2017), Zeitreisen (2018), Poetik der Biographie (2019) und In Männerkleidern. Das verwegene Leben der Catharina Linck alias Anastasius Rosenstengel, hingerichtet 1721 (2021). Für ihren Roman Rosenstengel (2015) erhielt sie den Bayerischen Buchpreis. Aufklärung. Ein Roman war 2023 für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde mit dem Klopstock-Preis für neue Literatur ausgezeichnet. Die Autorin, geb. 1968, lebt in Köln.

Kritik: DIE ZEIT

»Die Chronik einer unerhörten Begebenheit, die man gebannt in einem Zug zu Ende liest.«

Kritik: Deutschlandfunk

»[Die] Geschichte hat sich real ereignet, und indem Angela Steidele darauf verzichtet, die Leerstellen dieser Geschichte literarisch auszuphantasieren, macht sie deren Ungeheuerlichkeit noch deutlicher.«

Kritik: queer.de

»Ich habe keine Zweifel, dass das Buch dem Renommee von Angela Steidele weiterhin dienlich ist, und hoffe, dass sie mit der bisherigen Energie auch weiterhin über das queere Leben des 18. und 19. Jahrhunderts forschen und publizieren wird.«

Kritik: L-MAG - Das Magazin für Lesben

»Deutlich plastischer, als es so manches Geschichtsbuch vermittelt, und spannender, ergreifender und mitfühlender als so mancher Film.«

Kritik: Börsenblatt

»Die fesselnd geschriebene Darstellung einer trans oder lesbisch lebenden Frau liest sich hochaktuell.«

Kritik: Buchkultur

»Akribisch recherchiert und mit neu aufgefundenem Quellenmaterial versehen, zeichnet Angela Steidele nicht nur den Lebensweg einer ungewöhnlichen Frau ... sondern zollt auch einem ungewöhnlichen Mut Respekt ...«

Kritik: Kreuzer, Leipzig

»Angela Steidele schildet diesen Lebensweg in schlichter, extrem fesselnder Sprache und unterfüttert ihn mit meisterhaft recherchierten Details.«

Kritik: Das achtzehnte Jahrhundert

»… ein Glücksfall für die historische Geschlechterforschung, aber auch für Leserinnen und Leser mit allgemeinem kulturgeschichtlichem Interesse. Denn [Steidele] ist mit der … Neuausgabe das Kunststück gelungen, aus einem guten Buch ein glänzendes zu machen, das ebenso kenntnisreich wie kurzweilig anhand eines historischen (Kriminal-)Falls exemplarisch in die Sozial- und Mentalitätsgeschichte der frühen Neuzeit einführt.«

Kritik: Historische Anthropologie

»Dieses Buch ist ein ausgesprochener Glücksfall. Selten wird das Leben, Lieben und Leiden einer Angehörigen der Unterschicht aus der Frühen Neuzeit so greifbar wie bei Catharina Margaretha Linck.«

Stichwörter:

Entdecken, Sozialwissenschaften, Soziologie, Biografie, Genealogie, Heraldik, Geschichte Deutschlands, Hardcover, Softcover / Sachbücher/Psychologie, Esoterik, Spiritualität, Anthroposophie/Biographien, Autobiographien, Biografie: Philosophie und Sozialwissenschaften, Biografie, Frühe Neuzeit, Gesellschaft, Gender, lesbisch, Queer, Preußen, Pietismus, Klasse, Abenteuer, genderqueer, Queer life, Queerness, queere Kultur, Queersein, 18. Jahrhundert, August Hermann Francke, Betrug, Crossdressing, Desertion, Dildo, Dokumentation, Ehe, Emanzipation, Franckesche Stiftung, Frau, Frauenleben, Frauenrechte, Freiheit, Friedrich Wilhelm I., Gerichtsakten, Geschichtsforschung, Gleichberechtigung, Handwerk, Inquisition, Inquisitionsprozess, Jahrestag, Justiz, Klassengesellschaft, Lebensgeschichte, Liebe, Mann, Militär, Musketier, Ostdeutschland, Prophet, Protestantismus, Prozess, Reformation, Religion, Schelmenroman, Sekte, Sexualität, Sodomie, Soldat, Soziologie, Spanischer Erbfolgekrieg, Ständegesellschaft, Taufe, Täufer, Theologie, Todesstrafe, Transgender, Unzucht, Waisenhaus, Wanderjahre, Bayerischer Buchpreis 2015, #PrideBuch, Deutschland, #PrideMonth, Klopstock-Preis 2023, Transsexuell, LGBTQAI+, Mitteleuropa, non-binär, gender-fluid, LGBTQ, Ricarda Huch Poetikdozentur 2024, LGBT, Alternative Glaubenslehren, Biografie: Abenteurer und Entdecker, Biografien: historisch, politisch, militärisch, Biografien: Religion und Spirituelles, Christliche Kirchen, Konfessionen, Gruppen, Das Selbst, das Ich, Identität und Persönlichkeit, Europäische Geschichte, Gesellschaftliche Gruppen, Gemeinschaften und Identitäten, Religiöses Leben und religiöse Praxis, Sexualität, Sozial- und Kulturgeschichte, Tatsachenberichte, allgemein, Ostdeutschland, Erste Hälfte 18. Jahrhundert (ca. 1700 bis ca. 1750), Zweite Hälfte 17. Jahrhundert (ca. 1650 bis ca. 1699), Periode des Absolutismus und der Aufklärung in Deutschland und Mittel- und Osteuropa (ca. 1648 bis 1779), Bezug zu LGBTQ+ Menschen, Bezug zu trans / transgender Personen oder sexuellen und geschlechtlichen Minderheiten